Was muss man beachten, wenn man Bilder drucken will?
Wenn man Bilder für den Druck – zum Beispiel für ein Magazin, ein Plakat oder eine Postkarte – vorbereitet, spielt die Qualität der Bilddaten eine zentrale Rolle. Doch was bedeutet «gute Qualität» eigentlich? Es geht nicht nur um die Bearbeitung in Photoshop, sondern vor allem um die technischen Eigenschaften des Bildes – bereits vor der Bearbeitung.
Hier sind die wichtigsten Punkte, die man beachten sollte:
Bildauflösung – Wie viele Pixel hat das Bild pro Inch?
Die Auflösung eines Bildes gibt an, wie viele Pixel pro Inch (Zoll) vorhanden sind. Der Wert wird in ppi angegeben, was für «pixels per inch» steht. Für den Druck gilt: Je höher die ppi-Zahl, desto feiner wird das Bild gedruckt. Für qualitativ hochwertige Drucke braucht ein Bild etwa 300 ppi.
Rasterweite – Wie fein wird gedruckt?
Beim Druck wird ein Bild in kleinen Punkten aufgebaut – das nennt man Rastern. Die Rasterweite sagt, wie viele Druckpunkte pro Zentimeter gesetzt werden, z. B. 60 lpcm (Linien pro Zentimeter). Damit das Bild im Druck gut aussieht, muss die Auflösung des Bildes mindestens doppelt so hoch sein wie die Rasterweite.
Qualitätsfaktor – Die doppelte Sicherheit
Der Qualitätsfaktor ist eine Faustregel für die Bildvorbereitung. Er besagt: Die Scan- oder Kameraauflösung sollte mindestens doppelt so hoch sein wie die Rasterweite. Bei 60 lpcm (152.4 «lines per inch») wären das rund 300 «pixels per inch» – das ist ein Standardwert für Drucksachen.
Bittiefe – Wie viele Farben kann ein Pixel zeigen?
Neben der Anzahl Pixel ist auch wichtig, wie viele Farbwerte ein einzelner Pixel enthalten kann. Das ist die sogenannte Bittiefe. Je höher die Bittiefe, desto mehr Tonwerte oder Farben kann das Bild anzeigen – zum Beispiel:
- 8 Bit = 256 Graustufen oder Farben
- 16 Bit = über 65’000 Farbabstufungen
Eine hohe Bittiefe ist vor allem bei Bildern mit feinen Farbverläufen oder Details wichtig, da sonst Farbsprünge sichtbar werden.
Wichtig: Gute Qualität schon am Anfang
Auch wenn eine gute Bearbeitung wichtig ist – sie kann keine schlechte Bildquelle retten. Ist das Bild zu klein, zu unscharf oder mit zu geringer Bittiefe aufgenommen, helfen auch Farbkorrekturen nicht mehr weiter. Achte deshalb schon bei der Aufnahme oder beim Scannen auf:
- Hohe Auflösung
- Ausreichende Bittiefe
- Gutes Ausgangsmaterial
Fazit:
Wenn du Bilder für den Druck verwendest, solltest du immer diese Punkte prüfen:
- Genug Pixelanzahl
- Mindestens 300 ppi Auflösung für Druck
- Bittiefe passend zum Motiv
- Qualitätsfaktor 2 beachten
- Nicht auf Bearbeitung allein verlassen – schon das Original muss stimmen!
So stellst du sicher, dass deine Bilder im Druck scharf, farbgenau und professionell wirken – genau so, wie du es dir vorstellst.
Angelika Ribler, Polygrafin im 2. Lehrjahr
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